Vortragsnachmittag von der Schneekatastrophe 1978/79

am 02. Februar 2019

Johannes Thomsen

Überwältigendes Interesse an der Veranstaltung

„Die Schneekatastrophe 1978/79 in Ellingstedt“

Wir hatten zu einem Vortragsnachmittag mit dem Thema „Die Schneekatastrophe 1978/79 in Ellingstedt“ in die Mehrzweckhalle eingeladen. Schon im letzten Frühjahr hatten wir die Dorfbevölkerung aufgerufen, uns Fotos und Filmaufnahmen zur Verfügung zu stellen. Besonderen Wert legten wir auf die Geschehnisse, die die Einwohner in dieser Zeit erlebt haben.

 

 

 

Der Chronist Günter Pieper hat viele Ellingstedter nach ihren Erlebnissen befragt und ihre Erinnerungen aufgeschrieben oder sie haben die Ereignisse persönlich aufgezeichnet.

 

 

Johannes Thomsen, der Spezialist der Arbeitsgruppe für Fotos und Filmaufnahmen, hat das Bildmaterial gesammelt und die teilweise beschädigten Aufnahmen ausgebessert.

 

 

 

 

Unsere Vorsitzende Eike Dockweiler konnte über 100 Gäste begrüßen und freute sich über das überwältigende Interesse. Die beiden Moderatoren Johannes Thomsen und Günter Pieper führten durch den Nachmittag. Während der Vorführung hatten immer wieder Gäste das Wort und erzählten ihre Geschichten zu den dazu gehörenden Bildern.

 

Johannes Rehmke, der damalige Postbote des Ortes, berichtete von der Fahrt mit seinem Moped nach Silberstedt, um einen Lottoschein abzugeben. „Kurz nach dem Mittagsessen am Freitag, dem 29. Dezember 1978 machte ich mich auf den Weg. Aufgrund der Schneeverwehungen musste ich mein Moped kurz vor Silberstedt stehen lassen und zu Fuß weitergehen. Als ich die Lottoannahmestelle erreicht hatte, sagte man mir, dass die Lottoscheine schon vormittags abgeholt worden wären. Die Enttäuschung war groß. Der Heimweg gestaltete sich besonders schwierig und ich musste mein Gefährt unterwegs stehen lassen und mit dem Unimog der Feuerwehr abgeholt werden.“

 

 

Manfred Mertinat war zu der Zeit Mitarbeiter des Schleswiger Butterwerkes und Fahrer eines Milchtanklastzuges. Er beschrieb die Schwierigkeiten, die er am 29. Dezember 1978 auf dem Weg von Jägerkrug nach Ellingstedt hatte und schließlich kurz vor dem Hof der Familie Frahm in den Schneewehen stecken blieb. Erst Anfang Januar 1979 wurde das Fahrzeug wieder befreit.

 

 

 

Heinz Hermann Hansen (Wehrführer 1989 – 2011) war damals Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Ellingstedt und Fahrer des ZB-Fahrzeuges (ein Fahrzeug der Bundesrepublik und für den zivilen Bevölkerungsschutz zur Verfügung stehend), ein Unimog, mit dem er und der Wehrführer, Erwin Luth, am 28. und 29. Dezember 1978 im Ellingstedter Gemeindegebiet im Hilfseinsatz waren. Sie schleppten zumeist in den Schneever-wehungen liegengebliebene Fahrzeuge frei. Am 30. Dezember waren dann keine Hilfseinsätze mehr möglich. Die Schneeverwehungen waren zu hoch geworden. Das allradangetriebene Fahrzeug stieß an seine Grenzen. Heinz Hermann Hansen schilderte eine Begebenheit während der Schneekatastrophe im Februar 1979: „Herbert Gosch hatte für seinen Arbeitgeber in der Nacht mit einem Lkw Schnee geschoben und bat Erwin Luth um Abholung aus Jagel. Ohne größere Probleme erreichten Erwin Luth und ich mit dem Unimog die Ortschaft. Die Heimfahrt gestaltete sich ab Kurburg jedoch schwieriger. An den verhältnismäßig kleinen Scheibenwischern des Unimogs fror der Schnee fest und für mich als Fahrer wurde die Orientierung immer problematischer. Da das Fahrzeug auf der Beifahrerseite ein sogenanntes Mannloch, eine Lukenöffnung im Dach hatte, stellte sich Herbert auf den Beifahrersitz und aus der Luke sehend gab er per Handbewegung an, ob ich mich mehr links oder rechts auf der Straße zu halten hatte. In der Fahrzeugkabine herrschte bald eine Eiseskälte und der Schnee wirbelte durch die Lukenöffnung hinein. Auf Höhe der Klärteiche war Endstation. Das Fahrzeug stieß hier an seine Leistungsgrenze. Herbert war inzwischen fast zu Eis erstarrt. Alle Versuche, das Fahrzeug doch wieder fahrbereit zu bekommen, schlugen fehl.  Für den Fall, dass wider Erwarten ein Räumfahrzeug kommen würde, wurde es mit einem in den Schnee gesteckten Besen markiert. Wir drei begaben uns nun zu Fuß zu weiter. Später schleppte Willi Gosch den Unimog mit einem Radlader in den Düngerschuppen der Raiffeisenbank.“ Heinz Hermann Hansen lobte die Einsatz- und Hilfsbereitschaft sowie den Zusammenhalt aller Ellingstedter während dieser Zeit.

 

 

Johannes Herrnsdorf wohnt in Osterwittbekfeld und war Mitarbeiter beim Wasserverband Treene. Am 30. Dezember 1978 versperrte ihm der Schnee den Heimweg. Er richtete sich ein Notquartier in den Büroräumen des Wasserwerkes ein und kontrollierte und wartete in den nächsten Tagen die Maschinen und Anlagen. Erst am 3. Januar war die Straße wieder frei und er konnte nach Hause.

 

 

 

Hermann Bauer erzählte von den Gästen anlässlich seines Geburtstages, die sich durch den Schneesturm kämpften, um ihm zu gratulieren. Und seine Tochter Eike Dockweiler verriet uns, wie sie tagelang Kartoffelsalat und Frikadellen essen mussten, die ihre Mutter für den Polterabend ihres Bruders zubereitet hatte. Das Fest fiel wegen der riesigen Schneemengen aus.

 

Weitere Zeitzeugen berichten über Hubschraubereinsätze, die zum Krankentransport oder für die Verpflegung von Mensch und Tier in den Außenbezirken benötigt wurden; von der Beschaffung der drei Radlader für Ellingstedt; von den Panzern und deren Besatzung der Bundeswehr sowie von den vielen Ellingstedter Bürgern, die als erstes schmale Pfade durch den Ort schaufelten.

Zum Schluss dankte Eike Dockweiler für die vielen Beiträge und den Bildern, die der Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung gestellt wurden und allen, die zu dem Gelingen dieser interessanten Veranstaltung beigetragen haben.

 

 

Reise in den ehemaligen Kreis Saatzig in Pommern

 

Ellingstedt-damals: Unsere Reise nach Klein Lienichen

 am 13., 14. und 15. September 2017

 

Ende März / Anfang April 1945 kamen ca. 140 Flüchtlinge aus Klein Lienichen, Kreis Saatzig, nach Ellingstedt. Mit ihnen haben wir uns in der Arbeitsgemeinschaft intensiv befasst. Aufgrund dessen begaben sich 11 Interessierte mit zwei Kleinbussen des Amtes Arensharde auf die Reise nach Westpolen. Vielen Dank an diejenigen, die uns die Verfügbarkeit der Busse ermöglicht haben.

 

Bei der Anreise machten wir in Polen zwischen Stettin und Stargard einen Abstecher nach Stare Czarnewo (früher Neumark). Hier besuchten wir die von Polen und Deutschen eingerichtete Kriegsgäberstätte Neumark im Ortsteil Glinna. Neben gefallenen Soldaten wurden hier auch in den Kriegsfolgen getötete Zivilpersonen bestattet. Die Gesamtkapazität der Bettungen auf dieser Anlage beträgt 30000, zur Zeit sind es dort ca. 27000. Bis zu unserem Hotel Akacjowy Dwór in Trekzebiatów (Treptow) östlich von Stargard gelegen, war es nun auch nicht mehr weit.

 

Am nächsten Morgen starteten wir zu einer Rundreise im ehemaligen Kreis Saatzig. Die erste Station war in Pezino, wo wir das ehemalige Schloss Pansin und das heute darin eingerichtete Museum besichtigten. Darauf folgte ein Aufenthalt in Dzwonowo (Schönebeck). Im Alter von 12 und 6 Jahren mussten unsere Mitreisenden Uli und Klaus Brechler, in den ersten Märztagen 1945 mit ihren Geschwistern und Eltern fliehen. Als sie vor ihrem Geburts- und Elternhaus, den Nachbargebäuden und dem nahegelegenen ehemaligen Gutshof standen, spielten sie einen „Heimatfilm“ voller Kindheits-erinnerungen ab. Zur Mittagszeit nahmen wir in Ińsko (Nörenberg) am nahegelegenen Enzigsee eine kleine Mahlzeit zu uns.

 

Etwas ausführlicher besuchten wir den Ort Linówko (Klein Lienichen), der unser eigentlicher Reiseanlass war. Ein deutsch sprechender Einwohner des Ortes begleitete uns bei einem Rundgang. Die Reiseteilnehmerin Elfriede Gosch war am 2. März 1945, damals 6jährig, mit ihrem Bruder und ihren Eltern, vielen Anverwandten und so vielen anderen Ortsbewohnern von hier geflüchtet. Nach über 72 Jahren war es ihre erste Begegnung mit dem Geburts- und Elternhaus in ihrem Heimatort. Auch sie spulte ihren „Heimatfilm“ ab. Letztendlich wurden wir von unserem polnischen Begleiter zu Tee, Kaffee und Gebäck, in seiner Wohnung stattfindend, eingeladen -  polnische Gastfreundschaft!

 

In BiaŁa (Ball) sahen wir uns die dortige Kirche „Maria Schmerzen“ an. Der nächste Stopp fand in Szadzko (Saatzig), nahe der Burgruine statt. Saatzig war Namensgeber des damaligen Kreises.

 

Unsere Rückreise am nächsten Tag führte uns über Stettin, Gollnow und Swinemünde. Wir steuerten den am Stettiner Haff auf der Insel Usedom liegenden Ort Kamminke an, wo auf dem „Golm“ eine Kriegsgräberstätte eingerichtet ist. Hier sind viele der Toten, die amerikanische Luftangriffe auf Swinemünde am 12. März 1945 hinterließen, bestattet worden. Vor dem Verlassen der Insel hielten wir noch in Karnin. Hier führte bis zu ihrer Sprengung 1945 eine Eisenbahnbrücke mit Hubteil über den Peenestrom. Der Hubteil, der einst strategisch so wichtigen Strecke, überragt die Umgebung.

 

Erschöpft, aber um viele Reiseeindrücke reicher, kam die Reisegruppe am späten Abend wieder in Ellingstedt an.

 

Günter Pieper

 

 

Der vollständige Reisebericht mit Fotos
Polenreise 2017.pdf
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Weihnachtsmarkt 2015

Am 28. November 2015 von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr fand bei der Ellingstedter Mehrzweckhalle der diesjährige Weihnachtsmarkt statt.

Unsere Ausstellung wurde wieder gut besucht, worüber wir uns sehr gefreut haben. Auch die angebotenen Kalender und Tassen wurden gerne mitgenommen.

Ausflug zur Hardesvogtei in Fleckeby

Eines unserer neuen Projekte ist die Erforschung der Hardesvögte der Arensharde, die bis zum letzten Viertel des 18. Jahrhunderts in Ellingstedt wohnten. Dies nahmen wir,  die Arbeitsgrupe „Ellingstedt-damals“ am 30. Mai 2015 zum  Anlass, eine Ausstellung in der ehemaligen Hardesvogtei Fleckeby zum Thema Entwicklung,  Funktion,  Aufgaben und Auflösung der Harden zu besuchen.

Nachdem wir uns eingehend informiert hatten, stärkten wir uns im Strandcafè Marienbad in Schleswig mit Kaffee und Kuchen.

Weihnachtsmarkt 2013

 

Auch in diesem Jahr war der Weihnachtsmarkt am 1. Dezember 2013 für die Arbeitsgruppe "Ellingstedt-damals" ein voller Erfolg. Es kamen viele Besucher, die an der Vergangenheit von Ellingstedt interessiert waren. Die Stimmung war gut, und über so manche Bilder von früher wurde dann auch herzlichst gelacht.

Die Schleswiger Nachrichten berichten am 17.12.2012 über den Weihnachtsmarkt 2012 in Ellingstedt und schreiben über die Arbeitsgruppe "Ellingstedt-damals": "Für die gab es viel Lob und die von ihnen angebotenen Kalender waren heiß begehrt".
SN Weihnachtsmarkt 2012.pdf
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Die Schleswiger Nachrichten berichten über Ergebnisse und Planungen der Arbeitsgruppe. Der Artikel enthält auch ein Foto der Mitglieder.
Nach Download der PDF-Datei kann die Zeitungsseite gelesen werden.
Schleswiger Nachrichten 30.11.2011.pdf
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