Schneekatastrophe in Ellingstedt

Durch die Schneekatastrophe 1978/79 ist auch in Ellingstedt eine außergewöhnliche Situation entstanden, die Erwin Luth, der damalige Feuerwehrchef, aufgeschrieben hat. Nachfolgend einige Auszüge seiner Geschichte, die gesamte Geschichte als PDF-Download und eine Bildergalerie von Alfred Hansen.

Der Schnee fällt in Abständen ganz schön vom Himmel. 20 Stunden später kommt die Meldung, dass der große Milchtankwagen zwischen Peter Frahm und Heinrich Graumann vom Fahrer verlassen ist. Heinz Hermann Hansen und ich fahren mit dem Unimog auf dem Weg bei Erwin Schäfer vor Harro Tams zu der Stelle, wo der Tankwagen liegt. Wir sind ausgerüstet mit einem Abschleppdrahtseil. An der Unglücksstelle sehen wir kein schönes Bild, aber tatkräftig versuchen wir, den Tankzug rückwärts herauszuziehen. Es ist leider vergebens. Wir fahren nach Hause zu Heinz und trinken eine Tasse Kaffee.

 

Am 31. Dezember werden wir von einer Schneepracht überrascht, die wir kaum gewohnt sind. In meinem Alter habe ich so eine Höhe von teilweise 0,80 bis 1,00 m noch nicht erlebt. Einkäufe beim Kaufmann und beim Bäcker müssen über hohe Schneeberge bewältigt werden. Meine Nachbarn, schon im höheren Alter, können nicht mehr aus der Tür herauskommen. Ich gehe über hohen Schnee hinüber, um Einkäufe für die alten Leute zu machen. 

Noch vor Mitternacht sind wir bei Petersen in Kurburg. Von dort wollen wir mit der Gemeinde Verbindung aufnehmen. Von Kurburg ist ein Anruf nicht möglich. ........ 

Von dort können wir von Groß Rheide kommend Kolonnen der Bundeswehr mit den Lichtern erkennen. Wir haben richtig vermutet. Es sind Panzer. Nun ist für uns die bange Frage, wer von uns wohl als erster die Kreuzung bei Georg Schulz erreichen wird. Die Panzerketten würden uns die Schneedecke so festfahren und uns dadurch schaden.

In den darauffolgenden Tagen haben alle drei Radlader den ganzen Tag zu schaufeln, um die Wege zu den außerhalb gelegenen Gehöften freizumachen.

Die Panzerbesatzungen, die in der Nacht zum 3. Januar unser Dorf erreichten, müssen für einige Tage vom Bürgermeister in der Turnhalle untergebracht werden.

Nachdem unsere Radlader die Straße nach Jägerkrug bis zum steckengebliebenen Milchauto befahrbar gemacht haben, kommen die Panzer und ziehen den Milchtankwagen heraus.

 

An einem Mittag gegen 13 Uhr überfliegt der Rettungshubschrauber wiederholt das Dorf. Es ist offensichtlich, dass er etwas Bestimmte sucht. Das stellt sich nachher so heraus:

Petersen gibt es zwei. Der Landeplatz ist auf der Straße vor der Schule. Die Besatzung fragt den ersten nach Petersen. „Ja, die wohnen beim Sportplatz“. Der Hubschrauber ist schon wieder in der Luft. Was sich in der Schnelle für Leute angesammelt haben, ist kaum zu glauben. Da, plötzlich ist der „Rettende Engel“ wieder da. Eine kranke Person ist bei Käthe Petersen. Nach Richtigstellung der Namen und Person wird die Frau auch schon eingeladen. 

 

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Helmut Sethe "Der Katastrophenwinter 1978/79 in Schleswig-Holstein"
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